NIKKOR Z 14–30

Hätte, wäre, würde, könnte.. ich glaube, so kann man zur Zeit viele Themen beginnen. Aus jedem „wäre“ kann jedoch auch immer ein „ist“ werden und auf genau so eine kleine Reise möchte ich euch mitnehmen. Es geht, wir ihr dem Titel bestimmt schon entnommen habt, um mein neues Ultraweitwinkel mit Z-Bajonett. Da sich die Seite hier ja mit Fotografie beschäftigt, kann es auch nicht weh tun mal etwas in die Materie einzusteigen. Ich werde ein bisschen darauf eingehen, warum ich mir diese Linse zugelegt habe und wie sie so im Alltag performt. Als erstes verlinke ich euch aber kurz das Produkt an sich, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt:

NIKKOR Z 14-30 mm 1: 4 S

Rollen wir die Geschichte kurz ein bisschen weiter vorne auf. Ich habe mir die Nikon Z6 damals, in Konkurrenz zur Sony Alpha 7 III, unter anderem deswegen gekauft, weil ich mit dem FTZ-Adapter (F-Mount auf Z-Mount), meine alten Objektive ohne Leistungseinbußen weiterverwenden konnte/kann. Im Prinzip füllt der Adapter auch nur die Abstandslücke zum Sensor, da der Z-Mount (55 mm Durchmesser und 16 mm Auflagemaß) im Vergleich zum F-Mount (44 mm Durchmesser und 46,5 mm Auflagemaß) sehr viel näher am Sensor ist. Der Z-Mount wurde bei Nikon mit der neuen DSLM-Klasse eingeführt, um lichtstärkere Objektive bauen zu können. Da man keinen Spiegel mehr braucht, der umklappen muss, also kann man mit dem Mount auch näher an den Sensor. Aber darum soll es gar nicht gehen. Ich wollte eigentlich darauf hinaus, dass ich sehr wohl bereits ein gutes Ultraweitwinkel-Objektiv mein eigen nennen konnte:

Nikon AF-S 16-35 mm 1:4G ED VR

Dieses gute, treue Stück war oder ist auch kein kleines bisschen schlecht oder aus der Zeit gefallen. Meine Gründe, auf das Z-Objektiv umzuschwenken waren da eher praktische. Jetzt muss man wissen, dass obwohl der FTZ-Adapter tadellos funktioniert, er ein kleines, von Nikon ziemlich unbedachtes Problem mit sich bringt. Der Adapter ragt etwas über den „Kameraboden“ hinaus. Der ein oder andere mag schon vermuten, warum das doof ist. Die Z6 ist wie alle DSLMs recht klein und schmal, was gut ist. Schraubt man jetzt aber eine Platte, für Stative oder sonstige Halterungen unten auf die Kamera, steht die Platte etwas über. Nicht schlimm, solange man den FTZ nicht montieren will. Da dieser etwas länger unten, als die Kamera ist, darf man die Platte abschrauben, sonst kann man ihn nicht montieren. Die Platte kann man das zwar auf den FTZ schrauben, aber das ist ein gefummel, dass einem ziemlich schnell auf den Wecker geht.

Ich hasse es sowieso schon Objektive zu wechseln, aber so wurde aus einem netten Adapter mit der Zeit ein immer lästigeres Ding. Ich trage meine Kamera übrigens an meinem Rucksackgurt, heißt, die Platte unten ist IMMER angeschraubt. Folglich musste ich sie auch immer abschrauben und wechseln, wenn ich auf mein altes Objektiv schwenken wollte. Mich hatte das Z-Objektiv also angelächelt. Es fing an mit mir zu flirten, aber so richtig wollte ich noch keine tausend Euro wegen ein bisschen mehr Komfort ausgeben. Dann kam jedoch Norwegen und auf einmal wollte ich meine Ausrüstung wieder kompromisslos haben. Das Z-Objektiv wurde fortan immer interessanter. Es war kleiner, leichter, brauchte keinen Adapter (was es noch mal kleiner gemacht hat) und hatte eine leicht weitere Brennweite. Mehr Argumente brauchte ich dann auch nicht, ich wollte wirklich nicht bei Schnee und Kälte anfangen rumzufummeln, um den Adapter und die Objektive zu wechseln, die Platte jedes mal zu tauschen und das große alte Objektiv mit Adapter nach Gebrauch wieder gerade so in meinen Rucksack zu bekommen, denn gemeinsam waren die beiden schon echt lang.

Das Z 14-30 mm ist , wie ihr seht, einfach wirklich handlich, klein und leicht, bei echt guter Abbildungsleistung und weniger Verzerrung, an den Rändern. Ich habe also ein kleines bisschen mehr Weitwinkel bekommen (und 2 mm machen nach unten durchaus etwas aus), ein kleines bisschen mehr Leistung und ein echt großes Stück Komfort. Alles in allem bin ich extrem zufrieden damit. Rechtfertigen musste ich es vor meinem Girokonto dann nur noch mit der Aussage „Du kaufst es dir doch sowieso, also ist es besser es vor als nach Norwegen zu haben. Wenn, dann musst du dieses Objektiv auf den Lofoten verwenden“ .. Dem konnte kein Teil meines Hirns mehr widersprechen und tadaa, da ist es.

Nur doof, dass Corona dann zu allem „nö“ gesagt hat. Kein Norwegen, keine Lofoten, keine Reise, keine epische Landschaft. Schade.

Ich möchte euch aber trotzdem kurz zeigen, was man mit dieser feinen Linse so anstellen kann!

Das Bild ist aus einer Mehrfachbelichtung entstanden, nicht weit von Bayreuth entfernt. Lightroom hat übrigens noch keine Objektivkorrektur zu der Linse, das Bild kommt also im Bezug auf die Verzerrung und Randschärfe so aus der Kamera. Nächstes Bild!

Mit der Drohne bei Sonnenuntergang unterwegs! Ja, auch dieses Bild setzt sich aus einer Mehrfachbelichtung zusammen und spätestens hier muss man die 14 mm missen, da ich das komplett aus der Hand geschossen habe. Lightroom hat beim Zusammenfügen also etwas beschneiden müssen – beeindruckend finde ich aber dennoch, dass HDRs kein Stativ brauchen, solange man eine halbwegs ruhige Hand hat. Das nächste Bild ist aber, um nicht nur HDRs zu zeigen,  eine Einzel-Belichtung:

Ich liebe es, wenn man Weite so eindringlich vermitteln kann. Gerade bei Landschaften mit toller Wolkenbildung macht das einfach nur Laune! Das wird hochkant dann fast nur spannender, wobei man auf dem nächsten Bild die Randverzerrungen des Winkels schon ausmachen kann. Aber behaltet im Hinterkopf, dass hier keine Objektivkorrektur stattgefunden hat.

Ich glaube, die Bilder schaffen schon einen Eindruck, was dieses Stück Glas zu leisten fähig ist. 90% davon, oder sogar mehr, hätte ich wohl auch mit der alten Linse und dem Adapter vollbringen können, aber je hochpreisiger man wird, desto kleiner werden die Fortschritte. Daher freut es mich umso mehr, dass der Komfort im Alltagshandling massiv gestiegen ist. Das ist schon wirklich sehr viel wert, man unterschätzt das oft. Ich fotografieren ja aber nicht nur Landschaften. Spätestens auf Hochzeiten hat man einfach keine Zeit oder Nerv da ewig umbauen zu müssen. Luxusprobleme? Absolut. Aber auf die stößt wohl jeder, der schon ein bisschen mehr Geld in sein Equipment gesteckt hat. Die 5 mm, die mir nach oben fehlen, stören mich übrigens kein kleines bisschen. 30 mm reichen bei einem Ultraweitwinkel absolut – das nimmt man gefühlt ja eh nur, um es auf Anschlag zu drehen und das Maximum auf den Sensor zu bannen. Zu erwähnen ist noch, dass es keinen Bildstabilisator mehr hat, wie meine alte Scherbe. Den braucht man bei der Z6 aber auch nicht mehr, da dass der Stabi am Sensor macht. Spätestens beim nächsten und letzten Bild (das auch aus der Hand geschossen ist), solltest ihr mir dahingehend glauben.

Hell war zu dem Zeitpunkt wirklich nicht mehr viel.

Ich hoffe euch hat der kleine Ausflug gefallen, falls ihr Fragen dazu habt, schreibt mich ruhig direkt an! Ich würde mich freuen.

Euer Marco.

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