HEADING NORTH #no

Überfällig wie meine Blogbeiträge so sind, bildet dieser hier keine Ausnahme. Ihr habt das sicherlich alle schon mitbekommen, das mit CoVid19 und so. Unsere Norwegen-Reise hat das so ziemlich dahin getroffen, wo kein Gras mehr wächst, aber lasst mich von Anfang an anfangen. Eigentlich wären wir fast schon wieder daheim, am 30ten würde der Flug zurück von Bodø über Oslo nach München gehen… Und gestern vor einer Woche wären wir losgeflogen. Am 20.03.2020 also. Hätte, würde, könnte, Pustekuchen.

Mit den Stornierungen musste, oder besser gesagt habe ich schon am 13ten angefangen, als abzusehen war, dass es Europa ins Mark treffen würde. Einen Tag zuvor hat Norwegen still und heimlich noch verlauten lassen, dass Einreisende aus den nicht nordischen Staaten abgewiesen würden oder unter zweiwöchige Quarantäne müssten. Bei 10 Tagen Reisezeit macht das aller Abenteuerlust zum Trotze wenig Sinn. Die Information hat uns netterweise ein Local, also einer unserer Airbnb-Hosts zukommen lassen. Wir haben diese wichtige Kleinigkeit dann auch auf der Seite des Auswärtigen Amtes und der norwegischen Regierung gefunden. Glauben wollte und konnte ich das hier noch nicht so recht. Mir kam das Stornieren am nächsten Tag irgendwie noch wie Aktionismus vor. Es wird doch immer alles gut, oder? Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass das jetzt real ist und wir wirklich die Reißleine ziehen müssten, auch wenn mein Verstand das durchaus begriff. Einen Tag später hat Norwegen dann alle Flughäfen gesperrt. Alles richtig gemacht.

Paulina hat währenddessen die Hotels angefragt und nachgesehen, wie die Flüge zu stornieren sind, während ich mich eben am Freitag um die Airbnbs gekümmert habe. Freitag der 13te. Fast schon wieder lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Airbnb war dann immerhin sehr entgegenkommend und kulant, unsere erste Unterkunft in Hamnøy war nämlich schon fest gebucht und bezahlt (bei den anderen konnten wir uns bis zum 15ten die Option offen halten, die Buchung zu stornieren). Wir haben hier also, nach ein bisschen Kundenkontakt, unser Geld, bis auf eine Servicegebühr der zweiten Unterkunft, wieder zurück bekommen. Da bin ich aktuell noch drüber – aber auch wenn nicht wäre das okay, von diesem Host kam nämlich die Info an uns. Das wäre irgendwie ein gerechter Lohn.

Mit den Hotels in Bodø war die Sache aber nicht so einfach. Die haben sich erst einmal quer gestellt und auch auf Nachfrage klar gemacht, dass sie das Geld nicht zurückerstatten können, sondern uns höchstens ein Zimmer innerhalb der nächsten drei Monate anbieten können. Haha. Guter Witz.

Ich hatte damit dann eigentlich schon abgeschlossen, da kam Paulina mit einem Grinsen um die Eckt, dass Sie Mails von den Hotels erhalten hatte, dass wir unser Geld doch zurückbekommen würden. Ich schätze da hat sich rechtlich etwas getan in der Zwischenzeit.

Bleiben noch die Flüge! … Und ganz ehrlich, Opodo ist der letzte Haufen. Nicht nur, dass man dort keinen Menschen ans Ohr bekommt und auch nicht einfach mal eine E-Mail schreiben kann, nein, nachdem die Flüge gestrichen wurden haben die uns (obwohl wir da schon versucht hatten die Flüge zu canceln) auf neue Flüge umgebucht, die aber auch nicht einsehbar sind. Unsere Flugnummer stimmt nicht mehr, unsere Reiserücktritt schließt Pandemien und Kriege aus und der Kundenservice, der sich nach stundenlangem Warten dann doch mal ansprechen ließ, wollte zurückrufen. Was er natürlich nie getan hat. Also hängt das immer noch alles so weit in der Luft, dass ich schon gar nicht mehr weiß, was ich zu soviel Unvermögen sagen kann. Da muss man Airbnb wirklich für die einfache und kundennahe Reaktion loben.

Soweit so gut oder auch schlecht, je nachdem wie man das sehen möchte. Mittlerweile ist natürlich glasklar, dass die Reise nie hätte klappen können, aber dass Europa so versinkt, habe ich auch in meiner düstersten Schublade nicht als Gedanke gelagert gehabt. Aber es ging ja nicht nur um Flüge und Unterkünfte, die haben ja nur das Gerüst der Reise gebildet. Ich bin unfassbar traurig, dass diese Reise, die mit soviel Vorbereitung verbunden war, nicht so stattfinden kann. Man muss ja sagen, ANSMANN ist einfach wirklich super, ich werde die Reise einfach später nachholen können (wäre ja eine Auftragsreise gewesen), aber irgendwie ist jetzt doch alles anders. Norwegen kostet Geld, viel Geld – Meine Haupteinnahmequelle im Nebengewerbe, Hochzeiten, wird dieses Jahr aber erst einmal wegbrechen. Das reißt ein ziemliches Loch in die Planungskasse, aber wo ein Wille, da wird sich irgendwie auch ein Weg finden, sofern alle Parteien das wollen.

Irgendwo funkelt als noch ein Stern, aber jetzt müssen wir wohl alle erst einmal kollektiv durch finstere Nacht. Ich hoffe euch bleibt allein auch bei diesem wundervollen Wetter bewusst, was gerade passiert. Ich merk das ja selbst, eine Woche Homeoffice und alles ist schon normal geworden. Die Leute gehen wieder mehr raus, so als ob die Info im Kurzzeitgedächtnis wieder gelöscht worden wäre. Ich hoffe, ihr seid alle klug genug, es nicht normal werden zu lassen, bis alles überstanden ist.

Falls ihr das bis hierher gelesen habt, tut mir aber einen gefallen und unterstützt die deutschen Firmen und Kleinstunternehmer, die mich bei der Reise unterstützt hätten, ich markiere euch dafür ein paar Amazon-Affiliate-Links, damit ihr ein wenig stöbern könnt!

ANSMANN
Diese grandiose deutsche Firma hätte/hat das Ganze erst ermöglicht haben. Neben Taschenlampen dürften euch vor allem die Powerbanks interessieren:

ANSMANN Mini Powerbank
(kleine 10.000 mAh Powerbank, die ich als ständigen Begleiter habe)

ANSMANN Powerbank 15.000mAh PD & Quick Charge 3.0
(leistungsstarke 15.000 mAh Powerbank mit neusten Standards wie Power Delivery)

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Berlin Optix hat mir ein paar Filter mitgegeben, zum Beispiel diese:

Berlin Optix Variabler ND Filter 82 mm

Berlin Optix Variabler Premium CPL Pol Filter 82mm

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Von Lieblingsstrap habe ich wunderschöne handgefertigte Kameragurte bekommen

LIEBLINGSSTRAP Peak Design Camerastrap flame handmade

Schaut euch die Sachen unbedingt mal an und unterstützt Leute die einfach so cool sind, dass sie kleine Lichter wie mich unterstützen würden / unterstützt haben. Das wars dann jetzt aber auch wirklich! In diesem Sinne:

Bleibt gesund!

Euer Marco.

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