Drei neue Beine für meine Kamera

Es gibt zwei Dinge, die Fotografen in den Wahnsinn treiben können. Das sind zum einen Foto-Rucksäcke und zum anderen Stative. Eigentlich ist es unmöglich den perfekten Fotorucksack zu finden. Passt alles rein, ist er zu groß für den Städtetrip und die spontanen Geschichten des Lebens. Ist er aber kompakt und greifbar fällt die Lunchbox und die Regenjacke für die Bergtour raus, usw. usw. Wo die goldene Mitte bei Fotorucksäcken unerreichbar scheint und der heilige Gral jedes fotografierenden Menschen in weiter Ferne weilt, da kommen Stative schon näher an die eierlegende Wollmilchsau heran. Hamas Allzeit-Bereit-Stativ durfte ich glücklicherweise auf Herz und Nieren testen!

Es geht in diesem Blog-Beitrag um das Hama Dreibeinstativ „Professional Premium Duo Carbon“, 153 – Ball. Im Namen verbirgt sich schon die Ambition dieses potenten Stücks. „Professional“ – ein Wort, bei dem man schon Mal hellhörig wird.

Hama selbst sagt darüber, dass es sich an Amateure und Profis gleichermaßen richtet. Es ist flexibel, vielfältig und möchte bei Wind, Wetter und jedem Gelände glänzen! Ich würde mich zwar nicht als Profi bezeichnen, aber testen konnte ich diese Schlagwörter alle Male.

Gehen wir aber kurz die Spezifikationen durch. Das Stativ bietet einen Kugelkopf mit Panoramafunktion und eine Ausrichtung im Hoch- und Querformat. Es besitzt eine Schnellwechselplatte, kann in die Retrostellung für Makroaufnahmen, besitzt Spikes an den Stativfüßen und kann durch die herausnehmbare Mittelsäule in Verbindung mit einem Beinsegment zum Einbeinstativ umfunktioniert werden. Seine Maximalhöhe beträgt 153 cm und die maximale Belastbarkeit liegt bei 8 kg. Ordentlich.

Warum wollte ich aber genau dieses Stativ? Nun, im Namen steckt ein wichtiges Wort: Carbon. Carbonstative sind teurer als Ihre metallenen Artgenossen, dafür aber auch leichter bei gleicher Stabilität. Gewicht ist ein Schlüsselfaktor, wenn man etwas länger unterwegs ist, das sollte man nicht unterschätzen. Nutzt man sein Stativ nur im Kofferraum kann man hier fast schon aufhören zu lesen. Dann braucht man nichts Besonderes. Wir wollen aber besonders sein!

Fangen wir also mit meinen Eindrücken an. Ich hab das gute Stück jetzt seit etwas über einem Monat, hatte es ein paar Mal im Wald und nachts bei einer Schneesturm-Tour zum Aussichtspunkt über Gößweinstein dabei und hab es natürlich in der Wohnung in alle Yoga-Stellungen gezwängt. Tadellos! Das Stativ macht definitiv, was ein Stativ machen soll. Es hat einen guten, sicheren Stand und alle „Stellschrauben“ ziehen gut fest. Das Carbon sieht ansprechend aus und auch generell muss sich die Optik nicht hinter stativspezifischen Marken verstecken. Gut gemacht Hama.

 

Beim Auspacken  lag der Verpackung eine Tragetasche für das Stativ bei. Ich persönlich benutze diese nicht, sollte es aber mal als Zweitstativ dabei sein hat es wenigstens einen Platz. Beim ersten Aufstellen ist mir allerdings etwas aufgefallen, das mir nicht so gefallen hat. Wir wollen ja ehrlich sein. Die beschriebenen Spikes in den Füßen stecken gar nicht in den Füßen. Man kann hier die Füße abschrauben und dabei in der Tasche versteckte Metallspikes einschrauben. Die musste ich erst mal finden. Das hat mein altes Stativ besser gemacht, hier konnte man die Füße eindrehen, wodurch in der Mitte die Spikes zum Vorschein kamen. Bei unwegsamen Terrain will man wirklich nicht extra Schrauben irgendwo dabei haben und rumdoktoren. Sorry Hama – da bleibt Luft nach oben. Überzeugt hat mich aber der Kugelkopf. Er greift sicher und fest und ist angenehm präzise zu justieren. Die Gesamthöhe des Stativs finde ich sehr gut, wenn man beachtet wie irre klein man das Teil bekommt. Da stört das Stativ auch bei einem kleinen Rucksack oder in der Reisetasche nicht. Die Beine lassen sich in unterschiedlichen Winkeln justieren. Auch da glänzt Hamas System nicht, aber es funktioniert einwandfrei. Bei diesem Stativ muss man ein kleines Element eindrücken, sobald der Fuß die Position erreicht hat. Schön wäre, wenn es von selbst einschnappen würde. Die Beine lassen sich via Drehgewinde ausfahren – kein Neuland, aber altbewährt und funktionell.

Beim ersten Spaziergang ist mir aufgefallen, dass das Stativ, obwohl es aus Carbon ist doch ein gewisses Gewicht hat. Da hatte ich schon leichtere Carbon-Stative in der Hand. Das stört mich aber eher weniger, da ich auf dem Aussichtspunkt bei Gößweinstein froh um die Stabilität durch das Gewicht bei starkem Wind war. Ich finde hier hat es eine goldene Mitte erreicht zwischen den positiven Eigenschaften von Gewicht und dem Komfort von Leichtigkeit. Wer aber ein ultra leichtes Travel-Stativ sucht ist hier falsch. Ich denke aber, der Name „Professional“ ist hier gut und richtig gewählt, wenn es um die Schwere geht. Stabilität hängt ja nicht nur von der Festigkeit ab. Des Weiteren hat es unter der Mittelsäule noch einen Haken um es noch mehr zu beschweren (bei stürmischem Wetter oder Wellen am Meer kann das hilfreich sein)

Zu erwähnen ist auch, dass das Bein, welches zum Monopod wird, mit Schaumstoff überzogen ist. Das ist besonders an kalten Tagen eine echte Wohltat im Außeneinsatz. Es sind da wirklich Kleinigkeiten, die einem das Leben erleichtern.

Die Platte zur Kamerabefestigung hat noch eine kleine Wasserwaage eingebaut. Ich liebe diese Details. Tatsächlich hat mir das bei meinem alten Stativ wirklich gefehlt, obwohl die Kamera ja eine integrierte Wasserwage hat.

Beigelegt zum Stativ findet ihr noch einen Inbus-Schlüssel. Damit lässt sich die Steifigkeit der Beine feststellen oder lockern.

FAZIT
Alles in allem finde ich das Stativ sehr gelungen, auch wenn es kleine Schwächen hat. Es ist ein ausgereiftes, für den professionellen Einsatz gelungenes Stativ, das ein angenehmes Gewicht bei sehr guter Stabilität und Ballfixierung hat. Die Verarbeitung scheint hochwertig und die Optik gefällt mir tatsächlich sehr gut. Das kleine Packmaß begeistert mich sogar bei komfortabler Maximalhöhe. Gut gemacht Hama, jetzt wisst ihr aber auch, wo das nächste Stativ noch Luft nach oben hat. Den UVP von 249 Euro rechtfertigt die Carbonbauweise. Für gleiche Qualität und Funktionsumfang kann man auch deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Das ganze hier muss auch als Werbung, da Sponsoring, verstanden werden. Ich denke aber euch eine sehr ehrliche Meinung beschrieben zu haben. Empfehlen kann ich das gute Stück auf jeden Fall!

Kaufen könnt ihr das Stativ hier bei hama

Teilen